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MPM2 Erkrankungen durch Störungen der Proteostase

Zahlreiche Erkrankungen resultieren aus einer dysfunktionalen Protein-Biogenese, Faltung, Qualitätskontrolle, sowie Transport oder Abbau. Dieses Modul vermittelt ein grundlegendes Verständnis für die Mechanismen der Proteostase und möglicher Störungen, welche jeweils im Kontext der Präzisionsmedizin anhand beispielhafter Krankheitsbilder, deren Diagnose und Behandlung, betrachtet werden.


Modul-Überblick

In Modul 2 werden wir die Grundlagen der Faltung von Proteinen behandeln, einschließlich der Rolle der molekularen Chaperone. Wir werden untersuchen, wie, wo und wann Proteine synthetisiert werden und ihre Ausrichtung auf subzelluläre Kompartimente. Wir werden die Rolle der posttranslationalen Modifikationen (PTMs) bei der Proteinfaltung und -ausrichtung untersuchen, einschließlich der Rolle der Ubiquitinierung bei der Qualitätskontrolle von Proteinen. Die molekulare Basis des Proteinabbaus durch das Ubiquitin-Proteosomen-System und die Beseitigung sowie die Wiederverwertung geschädigter oder überschüssiger zellulärer Bestandteile durch Autophagie werden auf molekularer und mechanistischer Ebene vermittelt.

Wir werden im Kontext menschlicher Erkrankungen einen Überblick über paradigmatische Proteinfaltungs-Krankheiten schaffen, einschließlich (i) Mutationen, die die Proteinfaltung beeinflussen, (ii) Proteinaggregations-Krankheiten und (iii) Defekte im Mechanismus der Protein-Qualitätskontrolle. Neben einem tiefen und mechanistischen Verständnis der Krankheit selbst werden die Studierenden mit der klinischen Vorstellung der Patienten, histopathologischen Merkmalen, Diagnose, Behandlungsstrategie, klinischem Ergebnis und den Zukunftsperspektiven vertraut gemacht.

Dabei werden neuartige Ansätze zur Visualisierung und Quantifizierung der Proteinaggregation in vivo durch molekulare Bildgebung zur Diagnose und Therapieüberwachung vorgestellt. Wir werden ein Spektrum an präklinischen und klinischen Therapieansätzen untersuchen, darunter neuartige Ansätze zum gezielten Proteinabbau und RNA-basierte Therapeutika zur Wiederherstellung der korrekten Proteinsynthese und -faltung.

Zu den Lehrenden gehören GrundlagenforscherInnen der Max Perutz Labs, der Medizinischen Universität Wien, des Forschungszentrums für Molekulare Medizin und des Boehringer Ingelheim Forschungsinstituts für Molekulare Pathologie, sowie KlinikerInnen von der Medizinischen Universität Wien. 


Modul-Koordinatoren

Elif Karagöz

Elif Karagöz ist Assistenzprofessorin an den Max Perutz Labs (Medizinische Universität Wien). Ihr Forschungsprogramm widmet sich dem Verständnis der Protein-Qualitätskontrollmechanismen in Zellen, die für ein gesundes Proteom notwendig sind. Zuvor untersuchte Elif Karagöz Protein-Chaperone im Labor von Stefan Rudiger und die Unfolded Protein Response (UPR) im Labor von Peter Walter.

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Ellen Gelpi

Ellen Gelpi absolvierte ihre Ausbildung in klinischer Neurologie in Barcelona, Spanien, bevor sie sich in Wien auf Neuropathologie spezialisierte. Danach kehrte sie nach Barcelona zurück, wo sie 8 Jahre lang die Hirnbank für neurodegenerative Erkrankungen (Hospital Clinic-IDIBAPS) leitete. Jetzt ist sie zurück in Wien, in der Abteilung für Neuropathologie und Neurochemie der Abteilung für Neurologie an der Medizinischen Universität Wien. Als klinische Neuropathologin leitet Ellen den Bereich Neurodegeneration und das nationale Referenzzentrum für die Überwachung von humanen Prionenerkrankungen.

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