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2021 Dezember - Raffaella Calabretta

Dr.in Raffaella Calabretta
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Dr.in Raffaella Calabretta

MedUni Wien RESEARCHER OF THE MONTH, Dezember 2021

Die Jury „Researcher of the Month” verleiht die Auszeichnung für diesen Monat Frau Dr.in Raffaella Calabretta aus Anlass der im Top-Journal “Circulation” der American Heart Association (IF 29.6)  erschienenen Arbeit „Immune Checkpoint Inhibitor Therapy Induces Inflammatory Activity in Large Arteries.“. [1]. Die multidisziplinäre Studie entstand im Rahmen des Doktoratsstudiums von Frau Dr.in Calabretta an der Klinischen Abteilung für Nuklearmedizin in der Arbeitsgruppe von Univ.- Prof. Dr. Marcus Hacker (Leiter der Klinischen Abteilung für Nuklearmedizin – Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin) in Zusammenarbeit mit Ao. Univ. Prof. Dr. Christoph Höller (Klinische Abteilung für Dermatologie - Universitätsklinik für Dermatologie).

Erhöhte arterielle Entzündungsaktivität durch ICI-Therapie

In der Onkologie wird die Immuntherapie mit Immuncheckpoint-Inhibitoren (ICI) dazu verwendet, aggressive Krebszellen durch das körpereigene Immunsystem zu bekämpfen. Allerdings zeigen diese neuen Therapieformen auch teilweise schwerwiegende Nebenwirkungen, wie beispielsweise kardiovaskuläre Komplikationen (2, 3). Die im Rahmen der ICI Therapie verabreichten monoklonalen Antikörper gegen PD-1 (Nivolumab, Pembrolizumab), PD-L1 (Atezolizumab) oder CTLA-4 (Ipilimumab), stimulieren zuvor inaktivierte zytotoxische T-Zellen, um Krebszellen zu erkennen und diese abzutöten.
Frau Dr.in Raffaella Calabretta von der Klinischen Abteilung für Nuklearmedizin untersuchte in ihrer Studie “Immune checkpoint inhibitor therapy induces inflammatory activity in large arteries”, welche im hochrangingen Fachjournal “Circulation” der American Heart Association (IF 29.6) publiziert wurde, 20 Hautkrebs-PatientInnen, die mit ICI Therapie behandelt wurden. (1) Alle PatientInnen bekamen eine [18F]-FDG PET / CT vor und während/nach der Immuntherapie. (4, 5) Die entzündliche Aktivität der arteriellen Gefäßabschnitte wurden anhand des FDG-Uptakes quantifiziert. Darüber hinaus wurde auch eine Analyse der systemischen Immunzellenaktivierung vor und während/nach der ICI Therapie ermittelt, mittels einer Quantifizierung der FDG-Anreicherung im Knochenmark und in der Milz. Diese Resultate wurden mit den arteriellen Entzündungswerten korreliert.
Zusammenfassend wurde nach der Immuntherapie mit den ICI eine signifikant erhöhte Entzündungsaktivität in den großen Arterien festgestellt.
Aufgrund dieser Ergebnisse könnten künftig Komplikationen und Langzeitfolgen für Herz-Kreislauf-Patienten vermieden werden.

Wissenschaftliches Umfeld

Frau Dr.in Raffaella Calabretta begann bereits im Rahmen ihres Medizinstudiums in Florenz (I), sich wissenschaftlich in der Abteilung für Kardiologie (Intensivstation und Herzkatheter Labor) von Prof. G. F. Gensini (Arbeitsgruppe Dr. C. Giglioli) an der Medizinischen Universität Florenz (I) zu betätigen. Während ihrer Facharztausbildung in Florenz (I) arbeitete sie wissenschaftlich in der kardiovaskulären Arbeitsgruppe von Prof. R. Sciagrà. Der Schwerpunkt ihrer Arbeiten lag hier in der myokardialen SPECT und in der myokardialen Perfusion Messung durch PET bei verschiedenen PatientInnengruppen. Sie arbeitete auch wissenschaftlich mit der Arbeitsgruppe von Prof. R. Giubbini an der Medizinischen Universität Brescia (I). Seit ihrem Wechsel nach Wien (Medizinische Universität Wien, Ö) arbeitet sie in der kardiovaskulären Arbeitsgruppe von Univ.-Prof. Dr. M. Hacker am Schwerpunkt inflammatorische Atherosklerose und PET. Zudem wird von Frau Dr.in Calabretta die PET-Diagnostik kardialer Tumor- und Klappenerkrankungen vorangetrieben. Darüber hinaus beschäftigt sie sich mit der Kardioonkologie und mit der Kardiotoxizität bei KrebspatientInnen. Frau Dr.in Calabretta hat an vielen Kongressen teilgenommen, auf denen sie verschiedene Studien vorgestellt hat oder als Referent zu Sitzungen der Nuklearkardiologie eingeladen wurde.

Zur Person

Frau Dr.in Raffaella Calabretta wurde am 04.03.1986 in Serra San Bruno (I) geboren. Sie studierte von 2006 bis 2012 Humanmedizin an der Medizinischen Universität Florenz, mit großem Interesse an Kardiologie und Nuklearmedizin. Es folgte ihre Ausbildung zur Fachärztin für Nuklearmedizin an der Medizinischen Universität Florenz, welche sie im August 2018 abschloss. Seit 2019 arbeitet sie an der Klinischen Abteilung für Nuklearmedizin (Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin – MUW). Neben ihrer klinischen Tätigkeit arbeitet Frau Dr.in Calabretta wissenschaftlich im kardiovaskulären Bereich mit Schwerpunkt Atherosklerose in der Arbeitsgruppe von Univ.-Prof. Dr. Marcus Hacker. Derzeit betreibt sie zudem ein Doktorat-Studium zu „Cardiovascular and Pulmunary Diseases“ an der Medizinischen Universität Wien. Im Rahmen des Doktorat-Studiums hat sich Frau Dr.in Calabretta insbesondere mit möglicher kardiovaskulärer Toxizität von Immuncheckpoint-Inhibitor Therapien bei verschiedenen onkologischen Erkrankungen auseinandergesetzt.

Ausgewählte Literatur

  1. Calabretta R, Hoeller C, Pichler V, Mitterhauser M, Karanikas G, Haug A, Li X, Hacker M. Immune Checkpoint Inhibitor Therapy Induces Inflammatory Activity in Large Arteries. Circulation. 2020 Sep 8. doi: 10.1161/CIRCULATIONAHA.120.048708.
  2. Escudier M, Cautela J, Malissen N, Ancedy Y, Orabona M, Pinto J, Monestier S, Grob JJ, Scemama U, Jacquier A, Lalevee N, Barraud J, Peyrol M, Laine M, Bonello L, Paganelli F, Cohen A, Barlesi F, Ederhy S, Thuny F. Clinical Features, Management, and Outcomes of Immune Checkpoint Inhibitor-Related Cardiotoxicity. Circulation. 2017 Nov 21;136(21):2085-2087.
  3. Lutgens E, Seijkens TTP. Cancer patients receiving immune checkpoint inhibitor therapy are at an increased risk for atherosclerotic cardiovascular disease. J Immunother Cancer. 2020 Feb;8(1).
  4. Rominger A, Saam T, Wolpers S, Cyran CC, Schmidt M, Foerster S, Nikolaou K, Reiser MF, Bartenstein P, Hacker M. 18F-FDG PET/CT identifies patients at risk for future vascular events in an otherwise asymptomatic cohort with neoplastic disease. J Nucl Med. 2009 Oct;50(10):1611-20.
  5. Li X, Heber D, Rausch I, Beitzke D, Mayerhoefer ME, Rasul S, Kreissl M, Mitterhauser M, Wadsak W, Hartenbach M, Haug A, Zhang X, Loewe C, Beyer T, Hacker M. Quantitative assessment of atherosclerotic plaques on (18)F-FDG PET/MRI: comparison with a PET/CT hybrid system. Eur J Nucl Med Med Mol Imaging. 2016 Jul;43(8):1503-12.

Dr.in Raffaella Calabretta

Dr.in Raffaella Calabretta
Medizinische Universität Wien
Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin
Klinische Abteilung für Nuklearmedizin
Währinger Gürtel 18-20
1090 Wien

T: +43 (0)1 40400-58722
raffaella.calabretta@meduniwien.ac.at